Kapitel 12 – Der Plan, der alles verändert
Im Hauptzimmer standen Pierce und Liam über einer Karte, die auf dem Tisch ausgebreitet war. Rotes Licht einer kleinen Lampe fiel darüber, als wären wir mitten in einem Operationseinsatz.
„Setzt euch“, sagte Pierce.
Damon blieb stehen, stützte eine Hand auf die Tischkante.
Ich blieb an seiner Seite.
Liam zeigte auf einen Punkt auf der Karte.
„Hier. Ein Gebäude am Rand der Stadt. Eigentum von Männern, die wir lieber nicht kennen würden.“
„Wieso gehen wir dann hin?“, fragte ich.
„Weil dein Stalkerfreund dort seine Antworten versteckt“, sagte Liam nüchtern.
„Und weil er nicht mehr aufhört, bis wir ihm etwas entgegensetzen.“
„Also… wir greifen ihn an?“, fragte ich.
Pierce hob den Blick.
„Nein. Wir greifen Informationen an.“
Damon nickte.
„Sie bewegen sich nicht ohne Spuren. Und sie überschätzen ihre Unsichtbarkeit.“
„Wir gehen rein“, fuhr Liam fort, „finden heraus, woher er Ava kennt, was er über euch beide weiß, und warum er plötzlich Interesse an ihr hat.“
Ich fühlte mich plötzlich kleiner.
„Und wenn er dort ist?“
Liam grinste trocken.
„Dann haben wir ein anderes Gespräch.“
Damon schüttelte leicht den Kopf.
„Wir wollen keinen offenen Krieg.“
„Sag das deinem Verehrer“, entgegnete Liam.
Pierce sah mich an.
„Du bleibst hier.“
Ich öffnete den Mund — doch Damon war schneller.
„Nein.“
„Damon“, sagte Pierce streng, „sie ist keine Kämpferin.“
„Aber sie ist Teil davon“, antwortete er.
„Und ich brauche sie.“
Ich spürte Hitze in meinen Wangen.
Es war kein romantischer Satz.
Es war die Wahrheit eines Mannes, der wusste, dass Stärke manchmal an einer Hand hing, die nicht die eigene war.
Pierce seufzte.
„Gut. Aber sie bleibt dicht bei dir.“
„Das tut sie sowieso“, sagte Damon.
Ich nickte.
„Wann gehen wir?“, fragte Liam.
„In einer Stunde“, sagte Pierce.
„Wenn sich die Wege leeren.“
Damon legte seine Hand an meine Rückenmitte.
Eine Berührung, die gleichzeitig Halt, Nähe und Warnung war.
„Ava“, sagte er leise.
„Es wird gefährlich.“
„Ich weiß.“
„Und du hast immer noch die Wahl.“
„Nein“, flüsterte ich.
„Habe ich nicht.“
Er sah mich lange an.
Und dann — ganz leise — entwich ihm ein Atemzug, der wie ein Bekenntnis klang.
„Gut.“
Pierce räusperte sich.
„Bereitet euch vor. Wenn wir gehen… gibt es kein Zurück.“
Liam verschränkte die Arme.
„Wurde auch Zeit.“
Ich atmete tief ein.
Damon tat es ebenfalls.
Und dann wussten wir beide:
Dies war der Moment, in dem wir aufhörten wegzulaufen
und anfingen zurückzuschlagen.
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Kapitel 1 von 16
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